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V-STORY

Fleisch aus dem Labor – ist das denn vegan?

Kultiviertes Fleisch – Segen oder Alptraum?

In einer Welt, die ständig zwischen Tradition und Innovation balanciert, erhitzt Laborfleisch die Gemüter. Doch was ist das eigentlich? Die Grundidee ist einfach, aber gerade deswegen steckt hier moderneste HighTech dahinter: Laborfleisch, auch kultiviertes Fleisch oder In-vitro-Fleisch genannt, beruht auf der Methode, aus tierischen Zellen Fleisch zu züchten. Aus den Stammzellen im Muskelgewebe der Tiere wächst das designte Fleisch durch die Zufuhr von Nährlösungen aus Zucker, Aminosäuren, Fettsäuren, aber auch mit Vitaminen und Mineralstoffen. 

War vor zehn Jahren die erste Zellkultur-Frikadelle noch eine Sensation, entsteht kultiviertes Fleisch mittlerweile schon im industriellen Maßstab. Allerdings bisher nur in sehr wenigen Ländern. Wie soll und wird es weitergehen?

Angesichts der Herausforderung, die Ernährung einer weiter wachsenden Menschheit auch in Zukunft sicherzustellen, ist dieses Thema ebenso hochaktuell wie brisant. Darumstellt sich die brennende Frage: Ist kultiviertes Fleisch der nächste große Schritt oder nur eine wissenschaftliche Spielerei? Widmen wir uns also dem Fleisch, das nicht auf der Weide, sondern in Petrischalen wächst.

Pro Laborfleisch: ein Hoch auf die Wissenschaft!

Auf der einen Seite des Spektrums stehen die visionären Menschen, die in Laborfleisch nicht weniger als die Rettung unseres Planeten sehen. Der Produktionsprozess, der aussieht, als hätte jemand das Kochbuch mit einem Chemiebaukasten verwechselt, verspricht einen Weg, Fleisch zu genießen, ohne dass dafür Tiere geschlachtet, Wälder gerodet, Meere leergefischt oder Unmengen Wasser verschwendet werden müssen. Man nennt es daher auch gerne Clean Meat. Und sieht darin ein echtes Plus für die Umwelt und unser Gewissen.

Forschungsteams weltweit – von der Tufts University in den USA bis hin zu Start-ups in Israel, UK, China, Holland und Deutschland – arbeiten daran, diese Technologie zugänglich und erschwinglich zu machen. Stell dir vor, dein Sushifisch und Steak könnten bald auf den Tellern landen, ohne dass ein Tier dafür sterben musste.

Contra Laborfleisch: ist das noch natürlich?

Auf der anderen Seite gibt es die eher puristisch oder skeptisch eingestellte Menschen, die fragen: „Muss Wissenschaft wirklich sich bis in jeden Kochtopf einmischen und ist das nicht ein Hauch von Frankenstein?“ Sie werfen ethische Fragen und Bedenken hinsichtlich der Natürlichkeit unserer Nahrung auf.

Die Vorstellung, dass unser Abendessen aus dem Labor kommt, statt von der Weide, fühlt sich für viele zunächst befremdlich an. Trotz der Fortschritte und des Potenzials von Laborfleisch bleiben Fragezeichen bezüglich der verwendeten tierischen Bestandteile und der langfristigen Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Ernährung.

Die Zukunft ist noch ungeschrieben

Während einige Länder wie Singapur (seit 2019) und die USA (seit 2023) bereits den Weg für den Verkauf von Laborfleisch geebnet haben, stehen andere noch an der Schwelle, skeptisch und abwartend. Doch es gibt bereits eine Reihe von Unternehmen, die in diesem Bereich der „Neuen Lebensmittel“ tätig sind. So stellen Firmen wie Good Meat, Upside Foods, Mosa Meat aus den Niederlanden, Aleph Farms in Israel oder Bluu Seafood  aus Lübeck Zellen von Rind, Huhn und Lachs her. In der EU laufen erste Zulassungsverfahren. Außerdem waren in den Niederlanden und in Island jüngst erste Verkostungen erlaubt. Zum Teil wird mit der Herstellung komplexer Gerichte entweder von Hand oder im 3-D-Drucker experimentiert, wie Steaks oder Thunfischstückchen. Während Frankreich an kultivierter Gänsestopfleber forscht, hat Italien einen Gesetzesentwurf vorgelegt, um diese Technologie zu verbieten. Entscheidungen  werden wohl in der EU-Kommission gefällt werden.

Die Diskussion um Laborfleisch spiegelt eine generelle Debatte über Nachhaltigkeit, Ethik und die Zukunft unserer Ernährung wider. Und dann ist da noch die Frage, die über allem schwebt: Kann und sollte Laborfleisch als vegan betrachtet werden? Während einige die Chance begrüßen, Tierleid zu minimieren, pochen andere auf die Reinheit der veganen Philosophie. Solange es um tierische Zellen geht, kann schließlich nicht von pflanzlich die Rede sein.

Eine 2023 von Statista Consumer Insights durchgeführte Umfrage belegt die unterschiedliche Bereitschaft, kultiviertes Fleisch zu probieren. Demnach bekundete in Großbritannien, wo laut dem Good Food Institute Europe über 20 Unternehmen für kultiviertes Fleisch sitzen, 17% der Befragten Interesse daran, Laborfleisch zu probieren (in Deutschland sind es 15%), während es in Frankreich nur 9% sind.

In Ländern wie Frankreich und Italien gibt es Bewegungen, die sich dieser Technologie entgegenstellen. Andere jüngste Umfragen (von YouGov) zeigen hingegen, dass 65% der befragten Menschen in Deutschland diese Lebensmitteltechnologie als Möglichkeit befürwortet, allerdings unter der Bedingung, dass man sie ernährungsphysiologisch als unbedenklich und sicher einstuft.

Ein veganes Dilemma – oder doch nicht?

Nun stellt sich für alle, die aus Gründen des Tierschutzes einen veganen Lebensstil pflegen, sozusagen die „Gretchen-Frage“: Kann Laborfleisch als Teil einer veganen Ernährung betrachtet werden? Dies ist nicht leicht zu beantworten und entfacht innerhalb der veganen Gemeinschaft hitzige Debatten. Auf den ersten Blick bietet Laborfleisch eine faszinierende Alternative: Kein Tier muss für dieses Fleisch leiden oder sterben. Eine scheinbar klare Win-Win-Situation für alle, die aus ethischen Gründen auf tierische Produkte verzichten.

Doch bei genauerem Hinsehen wird die Sache komplizierter. Am Anfang des Produktionsprozesses steht die Zelle eines Tieres. Außerdem verwendet die aktuelle Produktion von Laborfleisch häufig tierische Bestandteile, wie die Nährlösung in der die Zellkulturen wachsen. Diese Praxis steht im Widerspruch zu den Grundprinzipien des Veganismus, der die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ablehnt. Einige Hersteller sind dabei, pflanzliche Nährmedien zu entwickeln, was ein anderes Licht auf das Thema werfen würde.

Die Diskussion um Laborfleisch und Veganismus ist somit nicht nur eine Sache der Technologie, sondern auch eine des Prinzips. Während einige Veganer:innen die Entwicklung begrüßen, da sie das Potenzial hat, Tierleid zu minimieren, bestehen andere darauf, dass nur eine Ernährung, die vollständig frei von tierischen Produkten, wahrhaft vegan sein kann. Umso mehr für diejenigen, deren Hauptmotivation für den pflanzlichen Lebensstil eher im Bereich Gesundheit angesiedelt ist.

Diese Debatte zeigt auf, wie tief der Veganismus als Lebensphilosophie reicht oder reichen kann. Sie zeigt, dass die Entscheidung, was auf unseren Tellern landet, immer auch eine Frage der individuellen Werte und der persönlichen Ethik ist. Laborfleisch könnte in Zukunft eine Brücke bauen und eine neue Form des ethischen Konsums ermöglichen. Doch bis dahin bleibt die Frage, ob Laborfleisch vegan ist, ein offenes Gesprächsthema, das zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

Laborfleisch pro und contra

PRO

Tierwohl: Reduktion von Tierleid, da weniger Tiere für die Fleischproduktion getötet werden müssen.

Umweltvorteile: Geringerer Verbrauch von Land, Wasser und Energie; potenzielle Verringerung von Treibhausgasemissionen im Vergleich zur traditionellen Viehzucht.

Forschung und Innovation: Fortschritte in der Wissenschaft und Technologie tragen dazu bei, die Kosten zu senken und Laborfleisch als praktikable Alternative zu etablieren.

Verringerung der Massentierhaltung: Langfristiges Potenzial, die Notwendigkeit der Massentierhaltung zu reduzieren.

CONTRA

Ethische Bedenken: Verwendung von Nährlösungen, die tierische Bestandteile wie fetales Kälberserum enthalten, was die tierleidfreie Produktion infrage stellt.

Technologische und finanzielle Herausforderungen: Hohe Kosten und die Notwendigkeit, Zellen auf dreidimensionalen Trägerstrukturen zu kultivieren, erschweren die Markteinführung.

Gesundheitliche Bedenken: Unklare langfristige Auswirkungen des Konsums von Laborfleisch auf die menschliche Gesundheit.

Umweltnachteil: Derzeit ist die Energiebilanz von kultiviertem Fleisch noch ungünstiger als für echtes Fleisch.

Marktakzeptanz: Unterschiedliche gesellschaftliche Akzeptanz und Bereitschaft, Laborfleisch zu konsumieren.

Ein Fazit, das keines ist

So stehen wir da am Buffet der Zukunft, unsicher, was künftig auf unseren Speiseplan stehen soll. Laborfleisch ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Technologie die Art und Weise herausfordern, wie wir über Essen und Ethik denken. Es verspricht viel, birgt aber auch Fragen, die erst noch beantwortet werden müssen. In Europa garantiert die Novel Food Verordnung, dass das Thema hinsichtlich Sicherheit sorgfältig geprüft wird.

Letztendlich bleibt die Entscheidung, ob Laborfleisch Teil unserer Zukunft sein wird, eine persönliche Wahl. Eine Wahl, die auf Wissen, Ethik und vielleicht ein wenig Neugier basiert.

Die Rezepte

Solange noch so viele Fragen offen sind und es genügend Alternativen gibt, kochen wir am liebsten mit unseren plant-based Produkten. Hier eine Auswahl leckerer Rezepte mit Fleisch-Alternativen:



Quellen: